Das Werk

La Bohème –

Puccinis Meisterwerk auf der Binswanger Open-Air-Bühne

Der Begriff „Bohème“steht für eine intellektuelle Randgruppe von Schriftstellern, Malern, Bildhauern und Musikern, die dem bürgerlichen Leben vor allem im 19. Jahrhundert sehr kritisch gegenüberstanden.

Gerade in den Großstädten verweigerten sich oft bürgerliche Töchter und Söhne den Normen und Gepflogenheiten ihres Elternhauses. Sie lebten das Leben eines „Bohèmien“, das sie als authentischer, eigenständiger, ursprünglicher und weniger entfremdet empfanden.

Die Motive für einen solchen Lebensstil sind vielfältig. Der Wunsch, die bürgerlichen Werte und Normen zu überwinden, oder der Wunsch nach Selbstverwirklichung und kreativer Freiheit standen dabei im Vordergrund.

Der italienische Komponist Giacomo Puccini griff die Szenerie eines zeitkritischen Romans von Henri Murger mit dem Titel „La Bohème“ auf und schuf eine Oper in vier Bildern.

Die Handlung:

„Die Pariser Bohème spiegelt in der Mitte des 19. Jahrhundert den Traum von Freiheit, Unabhängigkeit und Kunst – doch das Leben von Rodolfo und seinen Freunden sieht anders aus: Es ist kalt in ihrer Mansarde und noch nicht einmal Feuer gibt es für die Kerze der hübschen Nachbarin Mimì. Sie bringt Wärme in die Tristesse und entfacht Rodolfos Liebe. Aber ihre Beziehung ist von der Krankheit Mimìs überschattet. Zwischen dem finanziellen Auf und Ab der Bohémien-Wohngemeinschaft kommen sich die beiden näher, entfremden sich wieder und finden sich schließlich erst, als es schon zu spät ist.“

Die wohl bekannteste Oper Puccinis bot zur Zeit ihrer Entstehung durch die intime Szenerie und die Darstellung des Lebens in einer Bohèmien-WG ein Novum in der italienischen Oper – heute zählt sie zu den beliebtesten Werken des italienischen Meisters.